Zu Gast in der eigenen Stadt

Den Titel hab ich geklaut. Ich gebs ja zu. Eigentlich stammt er vom Citymanagement diverser Städte in Deutschland. Und diesmal bezieht er sich auf die gleichnamige Aktion des Dresdner Citymanagements. Alljährlich gibt es da eine Verlosung am Jahresanfang. Dresdner BürgerInnen können sich samt PartnerIn bewerben, um einmal ihre Stadt aus der Sicht eines Touristen zu erleben. Geboten wird dazu i.d.R. eine informative Stadtführung mit Igeltours Dresden, der Besuch eines kulturellen Angebots (diesmal ein Konzert der Musikhochschule Carl-Maria von Weber), der Besuch einer Ausstellung (diesmal waren u.a. der Zoo, das Hygienemuseum, das Panometer oder auch das Grüne Gewölbe am Start) und natürlich eine exklusive Übernachtung mit Frühstück in einem Dresdner Spitzenhotel (von Kempinski über Maritim bis hin zum Bülow Palais und anderen mehr). Wer welches Hotel bekommt und welche Ausstellung besuchen darf, wird ausgelost. Nur die Stadtführung und das Kulturangebot gilt für alle ca. 300 DresdnerInnen. Und damit auch alle schön ökologisch anreisen, spendiert die die DVB sogar noch ne Viererkarte pro GewinnerIn!

Meine Liebste (=die Dresdnerin) und ich haben es 2011 zum zweiten Mal mit einer Bewerbung veruscht – und wurden diesmal gezogen! Unser Hotel war das Bülow Palais an der Königstrasse und unsere Ausstellung das Panometer.

Samstag Mittag ging es los – Anreise zum Hotel. Dies erreichten wir kurz vor 14 Uhr (nachdem wir kurz vorher noch einen Tisch beim Wenzel für nächste Woche geordert haben) und wurden herzlich begrüsst. Ist schon ein ganz wunderbares Gefühl, mal in so einem tollen Hotel willkommen zu sein! Sonst ist dies ja etwas über dem Geldbeutel… Nach kurzem Hallo führte man uns auf das Zimmer, in welchem alles erklärt wurde. Fein. Sehr viel Zeit hatten wir dann garnicht mehr: 15 Uhr startete die Stadtführung auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche. Also raus aus dem Hotel und rein in die Bahn, kurzer Fussweg und schon konnte es losgehen. Die große Gruppe wurde geteilt, damit die „Igel“ nicht den Überblick verlieren. Wir waren mit Herrn Hesse unterwegs – eine gute Wahl! Die junge Igelin einer anderer Gruppe torpedierte ihre Zuhörer mit maschinengewehrähnlichen Ansagen…  Dies war bei uns nicht so. Gott sei Dank! Nach kurzem geschichtlichen Abriss an der Frauenkirche ging es über den Fürstenzug, Schlossplatz, Theaterplatz, Zwinger letztendlich bis ins Schloss selbst. Reichlich 90 Minuten kurzweilige Informationen, die mir teils wirklich noch nie zu Ohren kamen!

Etappe 1 erledigt. Nun rasch zurück ins Hotel (welches ich vor dieser Aktion auch noch nicht kannte – das geb ich ehrlich zu!). Dort wartete bereits wenige Minuten nach der Ankunft die nächste Tour. Eine kleine Tour durch die Geschichte und Gegenwart dieses prächtigen Hauses. So kam man nicht nur in den Genuss eines Glas Sekt (oder in meinem Falle Saft), sondern auch Einblick in phantastische Suiten und Seminarräume. Selbst die Toiletten wären schon einen Artikel wert. Ein wirklich tolles Haus! Kein Wunder, warum man im Internet nur extrem gute Bewertungen findet! Am Ende gab es sogar noch ein kleines Dankeschön vom Haus.

Nun wieder schnell ins Zimmer – Jacke und Tasche holen. Es geht weiter. Kurz nach 18 Uhr hatten wir uns Abendessen im nahen Restaurant St. Petersburg vorgenommen. Das Essen war dann auch richtig lecker – wird sicher nicht der letzte Besuch dort gewesen sein! Das nun eigentlich folgende Konzert (19.30 Uhr) haben wir dann doch nicht besucht. Einserseits wäre uns die Zeit davon gelaufen, andererseits waren wir doch schon ein ganz klein wenig geschafft. Selbst der nun in Betracht gezogenen Abstecher in den Wellnessbereich des Hotels wurde verworfen und wir genossen stattdessen das Ambiente unseres schönen, kleinen Zimmers bzw. unserer Dusche. Übrigens wartete da schon das kleine Bülow-Bärchen auf uns – ein weiteres nettes Geschenk unserer Gastgeber!

Nach einer mehr oder weniger ruhigen Nacht (irgendwie hatte ich Schlafprobleme – lag es an der dicken Decke und der daraus resultierenden Wärme?) schritten wir zum Frühstück am Sonntag Morgen. Wobei „Morgen“ da weit gefasst wird: Frühstücken kann man im Bülow bis 12 Uhr! Und trotzdem gibt es noch die selben Köstlichkeiten wie bei den Frühaufstehern. Aber die gabs vermutlich garnicht – gegen 10.30 Uhr war der Frühstücksraum noch ziemlich voll…

Dann gings nochmal kurz aufs Zimmer. Aufräumen, Einräumen, Sachen packen.  Noch zur Rezeption und zahlen. Zahlen? Ja, ein kleiner Beitrag wird von den gelosten Gästen selbst getragen – im Vergleich zu den Leistungen sind dies aber verschmerzbare Summen. Allein die Übernachtung hätte regulär ungefähr viermal soviel gekostet…

Auf den sonntäglichen Besuch der Ausstellung haben wir verzichtet. Nein, wir hätten das zeitlich und gesundheitlich stemmen können – aber das Panometer kannten wir beide schon ziemlich gut. Somit hab ich meinen Eltern eine Freude gemacht – die waren noch nicht dort. Mal sehen, welchen Eindruck die beiden mitbringen. Ich finde das Panometer überwältigend! Der räumliche Eindruck, die vielen Details und die Lebendigkeit – trotz, dass es „nur“ ein Bild ist!

Apropos Bild: Die hier gezeigten Bilder stammen von den jeweiligen Webseiten und unterliegen deren Copyright.

Und wer 2012 dabei sein will: Einfach mal im Januar die Webseite des Citymanagements im Auge behalten oder die lokale Presse lesen. Dann Karte rechtzeitig ausfüllen und Glück haben. Und natürlich einen Dresdner haben – alle anderen sind leider raus aus der Verlosung.

Ausführliche Informationen zu den jeweiligen Angeboten gibt es unter den Links im Text oder zentral über die Webseite des Citymanagements.

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