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Gastronomie in Dresden

Ich habe lange überlegt, ob ich dazu was schreiben mag. Aber letztlich mache ich es doch! Meine Worte sollen dabei keine Restaurantkritik sein – ich schreibe dies mal ziemlich allgemein und nur mit regionalem Bezug.

Mir geht es um den Servicegedanken in unserer schönen Heimatstadt. Es gibt so viele schöne Kneipen, Lokale und Restaurants – aber manche davon scheinen vom Wort „Service“ nur wenig gehört zu haben. Ich rede dabei nicht vom Imbiss an der Ecke oder den amerikanischen Schnellrestaurants –  dort gehts schonmal bissel hektischer und manchmal auch ruppiger zu. Dies ist aber auch in Amerika selbst (wo ja viele Menschen im Servicebereich arbeiten) nicht besser – schnell gibts nur ein lautes „Next!“ um die Ohren geschmissen. Und auch langes Überlegen am Schalter führt nicht gerade zur Erheiterung der Angestellten…

Allerdings erwarte ich etwas mehr Qualität in Restaurants – noch dazu in unserer Kunst- und Kulturstadt! Ich habe mal drei Beispiele der letzten Monate zusammen getragen:

1. Optik vor Qualität

Da gibt es in der Nähe des berühmten Blauen Wunders eine kleine gastronomische Einrichtung, welche scheinbar nur wenige Gäste erwartet. Okay, das Objekt ist nicht riesig – aber auch sonst kam man sich ziemlich verlassen vor. Wir (=eine kleine Gruppe von 8 Personen) wollten gerne ein paar Getränke und ein Abendessen zu uns nehmen. Die anwesende Angestellte versuchte sogleich die kleinen Tische in der Gaststube zusammen zu rücken – erfolglos. War ja auch klar – selbst die Anzahl der noch vorhandenen Stühle hätte nicht gereicht. Folglich wurden wir in einen weiteren, bis dahin noch verschlossenen, Gastraum geführt. Alles sehr hübsch eingerichtet und dort auch mit reichlich Platz. Die Kellnerin war hübsch anzusehen und durchaus auch unterhaltsam in ihrer Art. Soweit so gut. Aber nun kam das eigentliche Geschäft – Bestellungen. Und damit auch der Untergang…  Zunächst mußten wir erfahren, dass man so gut nix essen konnte. Es gab schlicht kaum was. Und was es gab, erheiterte uns auch nicht – zumal nicht erkennbare Unterschiede in Speisen regierten: Essen a in regionaler Prägung kostet z.B. 4 EUR, Essen a in überregionaler Prägung kostet 6 EUR. Laut Karte konnte man aber direkt dasselbe Essen erwarten…  Wo ist also der Preisunterschied entstanden? Die Kellnerin wusste es nicht. Ebenso wenig kannte sie die diversen Getränke – immer wieder mußte sie die eigene Karte lesen oder gar beim Kollegen in der Küche fragen. Ergebnis war, dass es von den ca. 10 verschiedenen von uns bestellten Speisen und Getränken nur ca. 4 überhaupt gab! Da hilft leider auch keine noch so hübsche Bedienung – man kann solche Läden einfach nur verlassen! Und so kam es dann auch. Wobei der eine oder andere noch etwas vom kärglichen Angebot probiert hat – aber so richtig zufrieden war niemand.

2. Der Extra-Euro

Man kennt es ja aus vielen Branchen – extra Leistungen werden gerne auch extra abgerechnet. Vielfach finde ich das auch in Ordnung – nicht aber so, wie man es in einer Gastronomie am Großen Garten erlebt. Da bezahlt man schon deftige Preise und muß teils auch ziemlich lange auf die bestellten Waren warten – und da verlangt man auch noch 50 Ct für den Wechsel einer Beilage. Warum? Liegen die Gerichte schon fertig bereit, dass man für das Entfernen der Kartoffeln bzw. den Tausch in Pommes Frites auch noch extra Arbeiten verrichten muss? Sollte es nicht eigentlich egal sein, was der Koch neben mein Steak legt? Ist doch überall so – dachte ich…  Bei so viel Theater muß man sich erstmal abregen und frisch machen – also besucht man kurz die Toilette des Hauses. Und? Ja – man wird gleich nochmal abgezockt…  Wieder soll ich 50 Ct. bezahlen – obwohl ich Gast des Hauses bin und nicht etwa nur kurz nach dem Joggen hier rein komme und mich erleichtern mag. Frechheit! Für mich alles Gründe, dieses Gasthaus nicht mehr aufzusuchen.

3. Kritik ist nicht erwünscht

Fall Nummer 3 führt mich in die Innenstadt und die berühmte Weisse Gasse, einem Kneipenviertel. Dort besuchten wir kürzlich eine Gastronomie, welche mit -ich nenns mal so- ausländischen Gerichten wirbt. Vorher bestellt – klappte alles. Die Bedienung ist fix zur Stelle und die erste Bestellung zügig bearbeitet.  Aber das waren ja nur die Getränke. Beim Essen dann wieder so eine böse Überraschung: sagenhafte 1,50 EUR(!) werden für den Wechsel der Pommes hin zur Bratkartoffel berechnet! Im Grunde wollte ich gleich gehen – aber letztlich blieben wir doch und schauten uns die Geschichte weiter an. Das Essen war okay – hatte allerdings nur wenig mit dem beworbenen Herkunftsland zu tun. Im Grunde deutsche Küche mit exotischem Namen. Fertig. Etwas kalt noch dazu. Als wir schon bezahlt hatten, bemerkten wir einen weiteren Gast am Nachbartisch – der wollte gerne die Beilage gegen einen Salat getauscht haben. Und was soll ich sagen: Das ging! Ohne Extra-Kosten! Liegt das an der Bedienung oder unserer Nase? Jedenfalls ergab eine Nachfrage im Restaurant…nichts! Auch hier ist mir klar: Nie wieder!

Bei diesem Fall Nummer 3 wollte ich mal weiter gehen. Also deren Webseite besucht und einen Kommentar im Gästebuch verfasst. Im Grunde lobende Worte – aber eben auch mit einem kleinen Denkanstoss in Sachen „Beilagen-Extra-Preise“ und deren Handhabung in der Praxis. Da die Einträge im Gästebuch manuell freigeschaltet werden mußten, erschien mein Beitrag natürlich nie. Dafür stehen dort 3 oder 4 ältere Einträge – natürlich alle super positiv! Schaut man aber dann mal in die Google-Bewertungen, stellt sich schnell heraus, dass wir mit unserem Erlebnis nicht alleine sind. Leider habe ich diese Meinung erst spät gelesen. Normal gebe ich da auch nicht so viel drauf – Kritik wird nunmal schneller als Lob geäußert (siehe auch Amazon), aber hier gabs wirklich nur Kritik. Nicht ein zufriedener Eintrag.

Wenn ein potentieller Gast meine Worte hier liest: Kommt trotzdem nach Dresden! Es gibt eben überall die schwarzen Schafe – und die übergroße Mehrheit der Gastronomien bietet wirklich ein perfektes Ambiente, tolle Speisen, super Service und i.d.R. auch vertretbare Preise! Und dazu zählen auch die kostenfreien Beilagenwechsel und Toilettenbesuche.